Wie finde ich den richtigen Tee

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Kennen Sie das? Sie stehen vor dem Tee-Regal im Supermarkt und haben die Qual der Wahl. Welchen Tee soll ich heute ausprobieren? Welcher Tee passt zu mir? Wie finde ich den richtigen Tee? Tee ist heutzutage viel mehr als nur ein paar mit kochendem Wasser übergossene Blätter. Ich erinnere mich noch lebhaft daran, daß meine Mutter abends immer einen ganzen Topf Tee gekocht hat, kurz bevor mein Vater von der Arbeit kam. Ich habe damals Tee überhaupt nicht gemocht, trotzdem hat sich der Geruch von frischem Tee als Zeichen von abendlicher Gemütlichkeit in mein Gehirn eingebrannt. Heute weiß ich einen guten Tee zu schätzen. Aber es hat lange gedauert, bis ich den für mich passenden Tee gefunden habe. Um Ihnen diesen Prozess ein wenig zu erleichtern, haben wir diese kleine Entscheidungshilfe zusammengestellt.

Wie finde ich den richtigen Tee?

Der erste Schritt bei der Auswahl des richtigen Tees ist das Wissen, wofür man den Tee haben möchte. Soll es ein Morgen- oder Abendtee werden? Ein Tee um gesundheitliche Probleme zu lösen? Etwas zur Entspannung oder zum aufputschen? Oder interessieren Sie sich für eine bestimmte Teetradition, -kultur oder -zeremonie? Das sind die zentralen Fragen die man sich selbst beantworten sollte um zu verhindern, daß sich wahllos Teepackungen in ihrem Küchenschrank stapeln. Erst wenn man sich dessen sicher ist können Sie beginnen, ihre Suche nach Geschmack, Verfügbarkeit und Kosten einzugrenzen.

Der Morgentee

Realistisch betrachtet kann nahezu jeder Tee ein Morgentee sein. Die meisten Kräutertees sind für jede Tageszeit geeignet. Wenn Sie also kein Koffein-Junkie sind, kann Ihnen ein erfrischender Tisane aus dem Bett helfen. Dafür sind Kräutermischungen mit Ginseng, Ingwer, Hibiskus, Zitronenmyrte, Pfefferminze oder Hagebutten hervorragend geeignet.

Wenn Sie allerdings zur Gruppe der Koffeinliebhaber zählen, haben Sie eine ziemlich große Auswahl. Die meisten Frühstücks-Tees beinhalten deshalb indische Assams oder Darjeelings, was bei einem echten englischen Frühstück nicht fehlen darf. Die Aromen dieser Tees unterscheiden sich stark, je nach Anbaugebiet, Höhe, Erntezeit und Verarbeitungsmethode. Hier müssen Sie verschiedene Sorten durchprobieren, um den Richtigen für Sie zu finden.

Aber auch für Menschen, die Koffein lieben, aber den Geschmack von schwarzem Tee nicht mögen, gibt es Alternativen. Weiß-, Grün- und Oolong-Tees enthalten auch Koffein und sind daher auch gut für den Morgenkick geeignet. Und dann wäre da noch der ultimative Koffeinschub: Matcha. Dabei handelt es sich um eine Zubereitung aus gemahlenen Teeblättern, mit all ihrer konzentrierten Energie.

Aber auch, wenn Sie kein Koffein zu sich nehmen möchten, aber den Geschmack eines schwarzen Tees vorziehen, müssen Sie nicht darauf verzichten. Mittlerweile gibt es auch diese Teesorten entkoffeiniert.

Abendtee zur Entspannung
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Abendtee

Ich bewundere die Menschen, die zu jeder Tageszeit Koffein zu sich nehmen können ohne sich in ein zittriges, schlafloses Nervenbündel zu verwandeln. Diese Menschen können jeden Tee als Abendtee trinken, der ihnen schmeckt. Wenn Sie nicht zu dieser gesegneten Gruppe gehören, suchen Sie für Abends vielleicht eher etwas Entspannendes oder Beruhigendes. Dafür eignen sich wiederum Kräutertees. Besonders hilfreich dafür sind Teemischungen mit Katzenminze, Kamille, Lavendel, Zitronenmelisse, Passionsblume oder Baldrianwurzel.

Gesundheitstees

Tee ist in vernünftigen Maßen für sich genommen schon sehr gesund. Er kann dazu beitragen, das körperliche Wohlbefinden zu steigern oder von Magenverstimmung bis Bluthochdruck so ziemlich alle Arten von Beschwerden zu lindern. Jeder echte Tee, der also aus der Camellia sinensis hergestellt wurde, das sind alle schwarzen, grünen, weißen und Oolong-Tees,enthalten starke Antioxidantien. Als solche können diese Tees sogar das Risiko für Krebs senken und das Wachstum von Krebszellen hemmen. Es gibt kaum ein Leiden, für das es keinen wirksamen Tee gibt.

Tee fördert also die generelle Gesundheit, während Tisanen eher krankheitsspezifisch sind. Gegen Bluthochdruck helfen Rooibos oder Hibiskus. Pfefferminze und Ingwer sind die Klassiker für Magenprobleme. Kamille wirkt gegen Entzündungen, Schmerzen und Fieber. Die Liste ist noch lang. Fragen Sie einfach in einem gut sortierten Teeladen, die Angestellten dort kennen sich in der Regel hervorragend damit aus.

Teekultur
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Teekulturen

In unserer westlichen Welt wird Tee meistens nur als Genussmittel oder Hausmittel genutzt. Dabei gibt es jahrtausendealte Teetraditionen und -rituale, die einen ganz neuen Blick auf Tee ermöglichen. Dazu sind meistens ganz bestimmte Arten von Tee und spezielle Utensilien notwendig.

Die chinesische Teekultur nutzt in der Regel chinesischen Grünen Tee, Oolong oder Pu-Ehr-Tee. Bei der sogenannten Gong-Fu-Zeremonie wird der Tee lose in einer Teekanne aus Ton gebrüht. Bei der tibetanischen Variante wählt man dazu einen Puer oder einen anderen chinesischen dunklen Tee. Noch raffinierter sind die vielfältigen japanischen Teezeremonien, die meistens Matcha-Pulver und eigens für die Teezeremonie geschaffene Utensilien nutzen.

In Indien hingegen nennt sich die traditionelle Form Cha-ya, hierzulande besser bekannt als Chai. Das ist ein schwarzer Tee, der mit regionalen Gewürzen gebraut wird und mit Zucker und Milch gemischt wird. Aus dieser Tradition stammt auch der umstrittene englische Brauch, Tee mit Milch zu mischen.

Etwas ausgefallener ist die russische Teepraxis. Hier wird ein geräucherter schwarzer Tee, meist aus Indien, zu einem Konzentrat gebraut, mit heißem Wasser verdünnt und durch einen Zuckerwürfel im Mund getrunken. Dem ähnlich ist der türkische Tee aus den Anbaugebieten an der Schwarzmeerküste, der mit Rübenzucker serviert wird.

Die beliebte „Afternoon Tea“-Tradition stammt aus England und ist im ganzen ehemaligen Empire weit verbreitet. Dazu werden normalerweise Kekse, Scones, Marmelade, Kuchen und Sandwiches serviert. Die Teesorte selbst ist dabei austauschbar. In Frankreich hat man den Beilagen dazu noch eins draufgesetzt. Hier serviert man Torten und Petit Fours zum Tee.

Die beliebte Mate hat ihre Heimat in Südamerika. Sie heißt hier Yerba Maté und wird durch einen Strohhalm aus einem ausgehöhlten Kürbis konsumiert.

Teeplantage
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Fazit

Den perfekten Tee zu finden ist Geschmackssache. Es gibt unzählige Sorten, Herstellungsmethoden und Anbaugebiete. Aber es ist gerade die Vielfalt, die das Probieren von Tee so aufregend macht. Wenn sie einen Verwendungszweck gefunden haben, versuchen Sie mehrere Sorten, bis Sie den Tee gefunden haben, der Ihnen am besten schmeckt. Danach können Sie sich durch die Nuancen dieses speziellen Tees probieren, bis Sie den perfekten Tee für sich gefunden haben. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen dabei viel Spaß. Es lohnt sich.

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