Von Delhi über London und Washington DC bis Zagreb, Aktivist*innen vieler Länder sagen zu H&M “versprochen ist versprochen”. 850.000 Beschäftigte sollten jetzt einen Lohn zum Leben verdienen, hatte H&M am 23. November 2013 angekündigt.
Während jetzt die Modemarken auf den Shopping-Höhepunkt des Jahres zusteuern, fordern Arbeiter*innen und Aktivist*innen weltweit einen existenzsichernden Lohn in H&Ms Lieferkette. Dies ist das neueste Kapitel der Kampagne “Turn Around, H&M!” (Krieg die Kurve, H&M! – http://saubere-kleidung.de/turnaroundhm/). Vom 23. bis 30. November, pünktlich zum Kauf-nix-Tag, bringt die Kampagne für Saubere Kleidung die Realität der Lohnbedingungen und H&Ms gebrochenes Versprechen zu den Verbraucher*innen. Los geht es in London und Mailand. In Deutschland findet Aktionstheater in 10 Städten statt mit dem Haupt-Act in Neumünster.
H&M hat im November 2013 große mediale Aufmerksamkeit für sein Versprechen erhalten, bis 2018 Existenzlöhne bei seinen Vorzugslieferanten zu zahlen. Bei umgerechnet 98 Euro im Monat liegt jedoch das tatsächliche,  durchschnittliche Nettoeinkommen bei einem H&M-Zulieferer im EU-Mitgliedsland Bulgarien – nicht einmal die
Hälfte des gesetzlichen Mindestlohns von 204 Euro. Bettina Musiolek, die Autorin der Studie (http://ots.de/UYGbk7) über Lohnbedingungen in H&Ms Produktion, betont: “Beschäftigte berichteten über Armutslöhne und tiefgreifende Verstöße gegen Arbeitsgesetze und Menschenrechte.”. “Die Löhne sind so niedrig, dass wir ohne Überstunden nicht einmal unsere Grundbedürfnisse decken könnten”, wird eine indische Arbeiterin zitiert.
“Meine Schicht beginnt um 4:30 Uhr und wir wissen nicht, wann wir nach Hause gehen können. Manchmal  arbeiteten wir 4 Stunden, manchmal 12”, schreibt ein Beschäftigter bei H&Ms riesigem Logistik Hub Stradella in Italien in einem Brief an andere Arbeiterinnen und Arbeiter in H&Ms Lieferkette. Der Beschäftigte zieht es vor anonym zu bleiben, da XPO, der Eigentümer des Logistikzentrums, gerade gegen 147 Kolleg*innen und ihre Gewerkschaft juristisch vorgeht.
Auch H&M-Mitarbeiter*innen in Deutschland und die Gewerkschaft ver.di berichten seit Jahren über Arbeitsdruck, grundlose Entlassungen sowie von Arbeitsverträgen mit geringer Basis-Stundenzahl und zusätzlicher “Arbeit auf Abruf”. Vor Arbeitsgerichten in Berlin und Leverkusen, Tübingen und Trier mussten sich H&M-Betriebsräte – stets erfolgreich – gegen Kündigungen und Repression des Betriebsrates zur Wehr setzen, die ver.di und der DGB als “Union Busting” bezeichnen – als gezielten Druck des Managements auf aktive Gewerkschaftskolleg*innen.
“Das Business Modell von H&M und anderer Fast Fashion-Marken basiert auf der Ausbeutung der Beschäftigten auf verschiedenen Ebenen ihrer Lieferketten. Schneiderinnen in den Modefabriken, Logistikarbeiter*innen und Verkäufer*innen – alle haben das Grundrecht auf einen Lohn zum Leben”, betont Deborah Lucchetti von der italienischen Kampagne für Saubere Kleidung (Clean Clothes Campaign).
Über 135.000 Verbraucher*innen haben bereits in einer Petition
Solidarität mit den Beschäftigten bezeugt.
Quelle: Pressemitteilung Clea Clothes Camp

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