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Die Welt wandelt sich und so auch die alten, teils eingerosteten Konzepte im beruflichen Kontext. Corona hat schon viel verändert hinsichtlich dem mobilen und flexiblen Arbeiten im Homeoffice, welches aber auch ganz klar seine Nachteile mit sich zieht. Schon länger im Gespräch sind auch die Arbeitszeiten und das Konzept der Arbeitswoche an sich. Eine Woche hat sieben Tage, von denen wir eigentlich fünf Tage arbeiten und dann zwei freie Wochenendtage haben. Jetzt ist immer mehr das Konzept der 4-Tage-Woche im Gespräch. Dieses soll eine Alternative zur klassischen 40-Stunden-Arbeitswoche darstellen. Das Konzept baut sich folgendermaßen auf: Arbeitnehmer arbeiten an vier Tagen in der Woche und bekommen dadurch einen Tag mehr frei. Der positive Haupteffekt für den Arbeitgeber sind motiviertere, engagiertere und entspanntere Mitarbeiter. Könnt ihr euch das für euren Job und eure Lebensgestaltung vorstellen?

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Island testet die 4-Tage-Woche

Island ist zum Beispiel eines der noch wenigen Länder, die die 4-Tage-Woche in Unternehmen testen. Die Mitarbeiter werden wie für eine Vollzeit-Stelle bezahlt, aber müssen eben nur vier Tage pro Woche ihren Job ausüben. In Island haben an dem Projekt 2500 Menschen teilgenommen. Für ganze fünf Jahre haben sie ihren ‚alten‘ Arbeitsrythmus abgelegt und gingen über in die 4-Tage-Woche. Da ein fehlender Arbeitstag doch etwas ausmacht, wurden im Vorfeld unnötige Aufgaben und Arbeiten gestrichen. Das Ergebnis davon: die Mitarbeiter seien tatsächlich motivierter und zufriedener in ihrem Job gewesen. Teilweise zeigte sich dadurch auch eine Leistungssteigerung. Das klingt doch super! Entspanntere Mitarbeiter, die zwar einen Tag weniger arbeiten, jedoch durch den einen Tag mehr frei ihre Produktivität erhöhen. Und das bei vollem Gehalt. Zufriedener und entspannter bedeutet dann quasi auch gesünder. So scheint die 4-Tage-Woche auch ein Plus für die Gesundheit der Mitarbeiter zu sein, die dann z.B. einen Tag weniger ewig lange am Computer sitzen oder auf der Baustelle die Ziegel schleppen müssen. Durch einen freien Tag mehr hat man mehr Zeit für Freunde, Familie und Hobbys, aber auch z.B. für Termine. Der volle Kalender und Alltagstress neben dem Job kann sich reduzieren.

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Nachteile des Arbeitskonzepts und Meinung in Deutschland

Allerdings hat das Ganze auch seine Schattenseiten und Gegner. Insgesamt werden vor allem Probleme in der Umsetzung der 4-Tage-Woche in größeren Industriestaaten gesehen. Auch in Deutschland wird über die 4-Tage-Woche heiß diskutiert. Deutschland, das bekannt ist für seine strikte Arbeitsweise, Überstunden und Burnout, debattiert seit 2020 schwer über dieses Konzept der Arbeit. Die Industriegesellschaft für Metall hat einen Vorschlag gemacht: die Einführung einer 28-Stunden-Woche. Damit seien keine Jobs gefährdet, die v.a. unter der Digitalisierung leiden und wegfallen würden. Weiter sprach sie die Linke dazu aus und schlug eine 30-Stunden-Woche vor, aber für alle Arbeitnehmer in Deutschland. Bislang ist noch nichts entschieden und dies wird wahrscheinlich im bürokratischen Deutschland auch noch eine Weile dauern.

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