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Du liegst im Bett, der Kopf deines Partners ist zwischen deinen Beinen und du…langweilst dich. Wenn er nur merken würde, dass Deine Klitoris einen Zentimeter höher ist als die Stelle, die er so hingebungsvoll beschlabbert. Aber was tun? Warten, bis es ihm langweilig wird? Etwas vortäuschen, damit er seine fruchtlosen Versuche beendet? Oder ihm eine detaillierte Karte zeichnen?

Die wenigsten Frauen sind selbstbewusst genug um ihrem Partner genau zu erklären, was sie sich beim Sex wünschen. Ihm zu sagen, wie man sich als Frau dabei fühlen möchte, ist noch um einiges schwerer. Zumindest für die Mehrheit der Frauen. Deswegen muss sich aber niemand schämen. Als Frau steht man in unserer sexuell übersättigten Gesellschaft enorm unter Druck. Die Angst, den Vorstellungen des Partners nicht gerecht zu werden, sitzt vielen Frauen beim Akt im Nacken.

Dabei ist an dieser Situation oft nichtmal der Partner selbst schuld. Viele werden sprachlos, wenn er davor, dabei oder danach nach den eigenen Wünschen fragt. Die Angst, verletzlich zu sein oder das Ego des Partners zu verletzen, kann übermächtig und einschüchternd sein. Noch wichtiger, als nach bestimmten Handlungen zu fragen ist aber, dem Partner zu erklären, wie man sich beim Sex fühlen möchte, erklärt Sexcoach Gigi Engle.

Es schüchtert den Partner nicht ein

Kommunikation beim Sex sollte rücksichtsvoll sein. Ein nüchternes „Mehr nach oben“ oder ein „Nein, so geht das nicht“ kann den Partner enorm einschüchtern und unter Druck setzen. Auf der anderen Seite wirkt die Scham über die eigenen sexuellen Wünsche oft hemmend. Auszudrücken, wie man sich fühlen möchte hingegen, wirkt für den Partner oft als Ansporn und lässt ihn kreativ werden. Es kann den sanften Einstieg in die Kommunikation bieten und wirkt sogar romantisch.

Es ist auch ein guter Weg, dem Partner etwas mitzuteilen, ohne seine Gefühle zu verletzen. Bei jedem Menschen ist das Ego tief mit der Sexualität verflochten. Menschen mit einem ausgeglichenen Sexualleben sind selbstbewusster und offener in allen Bereichen des täglichen Lebens. Das gilt für Ihn genauso wie für Sie. Daher ist es wichtig, entsprechend sanft mit dem Partner umzugehen, damit jeder eine positive sexuelle Erfahrung erleben kann.

Nehmen Sie sich nicht zurück

Wir haben jetzt viel über das Ego des Partners gehört. Das bedeutet aber nicht, daß Sie Ihr eigenes Ego zurückstellen sollten, nur um seines nicht zu verletzen. Solange alles einvernehmlich ist, haben sie beim Sex das Recht, so viel Spaß zu haben, wie Sie wollen und das auch einzufordern. Aber eben über die Formulierung Ihrer Gefühle, nicht durch Anweisungen.

Es ist auch eine gute Möglichkeit, wenn Sie mal etwas Neues ausprobieren möchten. Sei es, daß er Sie zum Beispiel mal etwas grober anpacken soll oder daß Sie gerne mal Analsex oder Bondage ausprobieren möchten. Diese Dinge brauchen etwas mehr Gespräche über Einwilligung, Grenzen und Sicherheit. Über die eigenen Gefühle an diese Gespräche heranzugehen, baut Hemmungen und die Unsicherheit vor der Reaktion des Partners ab.

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Es kann sexuelle Wissenslücken schließen

Seien wir ehrlich: Niemand von uns kann wissen, wie es sich im Körper des anderen Geschlechts anfühlt. Viele Menschen wissen ja nichtmal über den eigenen Körper Bescheid. Von der Bezeichnung gewisser Körperteile oder Praktiken ganz zu schweigen, zumindest solange mal vom gängigen Porno-Vokabular absieht. Besonders als Frau ist der Prozess, den eigenen Körper kennenzulernen, ein sehr langer Prozess.

Vom Partner dann zu erwarten, daß er sich im Grunde besser an ihrem Körper auskennt als Sie, kann nur zu Enttäuschungen führen. Ihm aber durch die eigenen Gefühle zu zeigen, was er tun sollte, erspart Ihnen so manche Enttäuschung. Zumindest, wenn Sie selbst wissen, was Ihnen gefällt. Das bedeutet natürlich, daß Sie ihre Sexualität erstmal selbst erforschen müssen. Sei es durch masturbieren oder experimentieren mit dem Partner. Nur wenn Sie wissen, was Sie mögen, können Sie das Ihrem Partner auch zeigen.

Indem Sie Ihrem Partner erklären, wie Sie sich fühlen möchten, geben Sie ihm einen Einblick in Ihr sexuelles Innenleben. Das kann zu Neugierde führen und ihren Partner dazu veranlassen, darüber nachzudenken und nach Wegen zu suchen, Ihnen diese Wünsche zu erfüllen. Es ist eine großartige Möglichkeit den sexuellen Horizont mit dem eigenen Partner zu erweitern und zu experimentieren.

Fragen Sie auch nach den Gefühlen des Partners

Konzentrieren Sie sich allerdings nicht ausschliesslich auf sich selbst. Fragen Sie auch mal Ihren Partner, wie er sich fühlen möchte. Gerade für die Träger der Y-Chromosomen ist diese Frage oft etwas vollkommen Neues. Wenn Sie es allerdings schaffen, daß er sich Ihnen öffnet und über seine Gefühle sprechen kann, führt es zwangsläufig zu einer besseren sexuellen Kommunikation. Es mag sich am Anfang seltsam und ungewohnt anfühlen, doch es ist eine großartige Möglichkeit, die eigenen Bedürfnisse besser zu verstehen, die anerzogene Scham zu überwinden und das Sexualleben zu führen, was sie sich wünschen.

Und ausserdem bleibt es Ihnen erspart, ihm eine Karte zeichnen zu müssen. Probieren Sie es einfach mal aus.

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