Schlafmythen

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Es ist mal wieder Zeit, ein paar dieser berüchtigten „Life Hacks“ auseinanderzunehmen. Das Internet ist voll von Tips und Tricks, die dazu dienen sollen, das eigene Leben besser, gesünder, produktiver, oder was sonst noch zu machen. Viele dieser sogenannten Tricks sind haarsträubend, manche schlichtweg gesundheitsschädlich. Wir versuchen mit ein paar Schlafmythen aufzuräumen.

Diesmal geht es um den Zustand, in dem wir Menschen rund ein Drittel unseres Lebens verbringen: Den Schlaf. Früher glaubte man, daß der Körper sich im Schlafzustand einfach nur erhohlt und ruht. In Wahrheit drehen erst im Schlaf viele Körperprozesse erst so richtig auf. Er repariert sich selbst unter Hochdruck, das Gehirn verarbeitet die Eindrücke des Tages, verbrauchte Reserven werden wieder aufgefüllt. Zu wenig Schlaf raubt dem Körper diese wichtige Zeit und kann gravierende Gesundheitsschäden hervorrufen.

Gerade deshalb ranken sich nach wie vor unzählige Mythen um den Schlaf und wie man diesen herbeiführen kann. Dann räumen wir einmal mit den gängigsten Fehlinformationen auf.

Mythos: Ein Glas Wein vor dem Schlafengehen hilft beim Einschlafen

Realität: Auch wenn wir das Gefühl haben, gut einschlafen zu können, wenn wir abends Alkohol getrunken haben, so ist das ein Trugschluss. In Wirklichkeit ist das sogar ziemlich ungesund, ganz von den Effekten auf die anderen Organe abgesehen. Alkohol verhindert, daß der Körper während der Schlafphasen die Tiefschlafphase erreicht. Diese ist aber essentiell wichtig für das Gehirn, um am nächsten Tag wieder richtig funktionieren zu können.

Mythos: Schnarchen ist harmlos

Realität: Schnarchen kann viele Ursachen haben. Von einer verstopften Nase bis hin zu einem zu großen Gaumenzäpfchen. Aber es kann auch ein Anzeichen für gefährliche Schlafapnoe sein. Dabei handelt es sich um eine schwere Schlafstörung, bei welcher die Atmung des Betroffenen plötzlich aussetzt und dann wieder einsetzt. Diese Aussetzer können mehrere Sekunden andauern und führen zu einer Unterversorgung der Organe mit Sauerstoff. Die Life Hacks gegen Schnarchen sollten daher eher nicht angewandt werden. Suchen Sie besser erst einen Arzt auf, um die Herkunft des Schnarchens abzuklären.

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Mythos: Mit dem Fernseher einschlafen ist entspannend

Realität: Dieser Eindruck täuscht. Man hat zwar das Gefühl, gemütlich wegdämmern zu können, allerdings sorgt das vom Fernseher emittierte blaue Licht dafür, daß der Schlaf oberflächlich und unruhig ist. Der Körper kann sich nicht richtig erholen und das Gehirn hört mit einem Ohr dem Fernseher zu. Es empfiehlt sich für einen optimalen Schlaf, alle Bildschirme 2 Stunden vor dem Schlafengehen auszuschalten.

Mythos: 4-5 Stunden reichen völlig

Realität: Diesen Mythos bekommen wir in den Zeiten der rücksichtslosen Selbstoptimierung immer wieder erzählt. In Wirklichkeit braucht der Körper zwischen sieben und neun Stunden Schlaf. Die Folgen von diesem modernen, dauerhaften Schlafmangel sind Diabetes, Fettleibigkeit und Bluthochdruck. Nehmen Sie sich die Zeit für den Schlaf, Ihr Körper wird es Ihnen danken.

Mythos: Ihr Gehirn und Körper können mit weniger Schlaf funktionieren

Realität: Die Leute glauben, dass Müdigkeit psychisch ist. Wenn Sie sich anstrengen und noch einen Kaffee trinken, können Sie den ganzen Tag über Kraft tanken. Dies ist falsch, da ein chronisch unzureichender Schlaf von höchstens sechs Stunden zu einer Schwäche Ihres Körpers führen und die Reaktionszeiten verkürzen kann, was das Fahren zu einer gefährlichen Handlung macht.

Mythos: Irgendwann schläft man schon ein

Realität: Schlaf wird durch Ihr Gehirn ausgelöst. Wenn Sie im Bett liegen und einfach nicht einschlafen können, dann ist ihr Gehirn noch nicht bereit dazu. Stehen Sie nach 20 Minuten auf und erledigen Sie irgendeine Tätigkeit, bevor Sie es nochmal versuchen. Wenn Sie abends stundenlang im Bett liegen ohne einschlafen zu können, bringt das Gehirn das im Bett liegen irgendwann mit Schlaflosigkeit in Verbindung. Dann schlafen Sie im Bett nur noch schlechter ein.

Mythos: Sie können nur im Tiefschlaf träumen

Realität: Die aktivsten Traumphasen finden während der REM-Phasen (Rapid Eye Movement) statt. Die erste davon tritt etwa 90 Minuten nach dem Einschlafen auf, noch vor der Tiefschlafphase. Sie wiederholt sich etwa alle 2 Stunden. Von daher träumen wir nur rund vier bis sechs mal in einer Nacht. Werden Sie in einer dieser REM-Phasen geweckt, können Sie sich noch an den Traum erinnern. Andernfalls nicht mehr.

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