Der Trend „KI-gestützte Hautanalyse“ beschreibt, dass immer mehr Frauen Apps, Online-Tools oder In-Store-Scanner nutzen, um ihr Hautbild per Foto (Selfie) auswerten zu lassen – oft mit dem Versprechen, schneller die „richtige“ Routine zu finden, statt sich durch endlose Produktempfehlungen zu testen. Das passt in eine Zeit, in der Skincare stark ritualisiert ist, aber gleichzeitig die Geduld für Trial-and-Error sinkt: Wer zwischen Job, Care-Arbeit und Alltag wenig Zeit hat, will eine Abkürzung zu „Was braucht meine Haut gerade?“
Wie funktioniert das?
Meist nutzt die Software Computer-Vision: Sie erkennt im Bild Muster wie Rötungen, Pickel, Porenstruktur, Pigmentflecken oder Fältchen und ordnet sie Kategorien/Schweregraden zu. Daraus entstehen Scores („Akne-Level“, „Feuchtigkeitsbedarf“) und Routine-Vorschläge. Große Beauty-Marken haben dafür eigene Systeme aufgebaut – z. B. L’Oréal Paris Skin Genius als KI-Tool zur Bewertung von Hautmerkmalen und Pflegeempfehlungen. Für Akne gibt es spezialisierte Lösungen wie La Roche-Posay SPOTSCAN+, das laut Anbieter mit tausenden wissenschaftlichen Bildern trainiert wurde und daraus personalisierte Empfehlungen ableitet.
Warum wird das besonders bei Frauen so groß?
Weil es mehrere Bedürfnisse gleichzeitig bedient:
- Personalisierung (nicht „eine Routine für alle“, sondern für den eigenen Teint, Lebensstil, Budget).
- Kontrolle & Tracking: Viele wollen Fortschritt sehen – ähnlich wie bei Fitness-Apps.
- Niedrige Einstiegshürde: Man muss keine INCI-Expertin sein; das Tool erklärt „was es sieht“ in Alltagssprache.
Das Ganze wird zusätzlich durch Social Media beschleunigt: Vorher-/Nachher-Vergleiche, „Skin Check“-Reels und der Wunsch nach messbaren Ergebnissen machen KI-Diagnosen attraktiv, weil sie objektiver wirken als Bauchgefühl.
Quelle: Gustavo Fring via Pexels | Pexels Photo LicenseGesundheit im Fokus
Neben Beauty rückt auch Gesundheit näher: Google hat z. B. mit DermAssist (als Orientierungshilfe) gezeigt, wie KI helfen soll, häufige Haut-, Haar- und Nagelthemen besser einzuordnen – ausdrücklich nicht als Ersatz für ärztliche Diagnose.
Grenzen
Studien und Reviews zeigen: KI-Dermatologie kann bei bestimmten Aufgaben hilfreich sein, ist aber je nach Datensätzen, Hauttönen und Anwendungsfall uneinheitlich – und Bias ist ein zentrales Thema, wenn Trainingsdaten bestimmte Hauttypen schlechter abbilden. Außerdem äußern Fachorganisationen immer wieder Bedenken, wenn Apps wenig transparent sind (Datenbasis, Evidenz, klinische Einbindung).
Quelle: Sonny Sixteen via Pexels | Pexels Photo LicensePragmatischer Umgang
Nutze KI-Analysen als „Spiegel mit Zusatzinfos“, nicht als endgültiges Urteil. Fotografiere möglichst bei ähnlichem Licht, ohne Filter/Make-up, und achte auf Datenschutz (wo wird das Foto gespeichert, wird es fürs Training genutzt?). Und: Bei auffälligen, schnell wachsenden oder blutenden Hautveränderungen sowie stark entzündeter Haut ist Dermatologie die richtige Adresse, nicht die App.
Fazit
KI-Hautanalyse ist ein typischer Frauentrend der Gegenwart: Tech trifft Self-Care – mit echtem Nutzen für Orientierung und Routine-Disziplin, aber nur dann sinnvoll, wenn man die Ergebnisse kritisch einordnet.
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