Starke Regelschmerzen werden häufig als normal abgetan. Müssen Betroffene jedoch regelmäßig Schmerzmittel einnehmen, Termine absagen oder während der Periode im Bett bleiben, sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden. Hinter den Beschwerden kann Endometriose stecken. Dabei wächst Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut ähnelt, in der Gebärmutterwand oder außerhalb der Gebärmutter. Die chronische Erkrankung kann Schmerzen verursachen und die Fruchtbarkeit beeinträchtigen.

Typische Beschwerden ernst nehmen

Das häufigste Anzeichen sind starke Unterleibsschmerzen, die vor oder während der Regelblutung auftreten. Die Schmerzen können krampfartig sein und in Rücken oder Beine ausstrahlen. Weitere mögliche Beschwerden sind Schmerzen während oder nach dem Geschlechtsverkehr sowie Schmerzen beim Stuhlgang oder Wasserlassen. Auch Übelkeit, Durchfall, Erschöpfung und wiederkehrende Bauchbeschwerden können auftreten.

Die Stärke der Schmerzen sagt nicht unbedingt aus, wie ausgeprägt die Erkrankung ist. Manche Frauen haben große Endometrioseherde und nur geringe Beschwerden. Andere leiden unter erheblichen Schmerzen, obwohl nur kleine Herde nachweisbar sind. Auch ein unerfüllter Kinderwunsch kann ein Hinweis sein.

Ein Schmerztagebuch hilft bei der Diagnose

Wer wiederkehrende Beschwerden bemerkt, kann über mehrere Wochen oder Monate ein Schmerztagebuch führen. Darin werden Zeitpunkt, Dauer und Stärke der Schmerzen sowie der Zusammenhang mit Regelblutung, Geschlechtsverkehr, Verdauung oder Wasserlassen festgehalten. Auch verwendete Medikamente und ihre Wirkung sind wichtige Angaben.

Die erste Anlaufstelle ist meist die Frauenarztpraxis. Am Anfang stehen ein ausführliches Gespräch, eine körperliche Untersuchung und eine gynäkologische Untersuchung. Je nach Beschwerden können Ultraschall, Magnetresonanztomografie oder weitere Untersuchungen folgen. Eine Bauchspiegelung ist nicht bei jeder Patientin sofort erforderlich. Sie kann jedoch zur Sicherung der Diagnose und gleichzeitig zur Entfernung von Endometrioseherden eingesetzt werden.

Titel: Eine Frau, die Schmerzen hat, eingekrümmt auf einem weichen weißen Teppich drinnen.
Quelle: Polina Zimmerman via Pexels | Pexels Photo License

Die Behandlung wird individuell ausgewählt

Endometriose ist bislang nicht heilbar. Die Beschwerden lassen sich jedoch häufig deutlich lindern. Welche Behandlung geeignet ist, hängt unter anderem von der Stärke der Schmerzen, dem Alter, möglichen Nebenwirkungen und einem bestehenden Kinderwunsch ab.

Zur Behandlung kommen Schmerzmittel und hormonelle Medikamente infrage. Hormonpräparate können das Wachstum und die Aktivität der Endometrioseherde bremsen. Dazu gehören beispielsweise Gestagene und bestimmte GnRH-Präparate. Ihre Wirkung hält allerdings in der Regel nur während der Einnahme an. Auswahl und Dauer sollten immer ärztlich besprochen werden.

Wann eine Operation sinnvoll sein kann

Reichen Medikamente nicht aus, werden Hormone nicht vertragen oder sind Darm, Blase oder andere Organe betroffen, kann eine Operation notwendig werden. Meist erfolgt sie durch eine Bauchspiegelung. Dabei werden sichtbare Endometrioseherde entfernt. Eine Operation kann die Beschwerden reduzieren, garantiert aber keine dauerhafte Beschwerdefreiheit. Neue Herde oder Schmerzen können später erneut auftreten.

Vor einem Eingriff ist eine Beratung in einer spezialisierten Endometriose-Sprechstunde oder einem Endometriose-Zentrum sinnvoll. Dies gilt besonders bei Organbeteiligung, Kinderwunsch oder einer geplanten größeren Operation.

Titel: Eine Frau in Freizeitkleidung hat Bauchbeschwerden, während sie auf einem rosa Sofa drinnen liegt.
Quelle: Polina Zimmerman via Pexels | Pexels Photo License

Begleitende Maßnahmen nutzen

Wärme, angepasste Bewegung, Entspannungsverfahren, Physiotherapie und psychotherapeutische Unterstützung können helfen, besser mit den Beschwerden umzugehen. Sie ersetzen keine medizinische Behandlung, können eine individuell abgestimmte Therapie aber sinnvoll ergänzen.

Starke oder regelmäßig wiederkehrende Regelschmerzen müssen nicht hingenommen werden. Je früher Beschwerden dokumentiert und ernst genommen werden, desto eher kann eine passende Behandlung beginnen.

Wie Menstruationsblut die Diagnostik erleichtert, erklären wir hier.

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