Das „Geheimnis“ erfolgreicher Gehaltsverhandlungen ist selten ein einzelner Trick – es ist ein System aus Vorbereitung, Positionierung und Timing, das typische Stolpersteine für Frauen (z. B. höhere Zurückhaltung, „Likeability“-Druck, weniger Sponsoring) bewusst ausgleicht. Hier ist ein praxiserprobtes Vorgehen, das in 30–60 Minuten Vorbereitung schon deutlich mehr Erfolgschancen bringt:
Verhandle nicht „für dich“, sondern für deinen Wert
Der wichtigste mentale Shift: Du bittest nicht um einen Gefallen, du verhandelst einen Marktpreis für messbaren Beitrag. Formuliere deinen Case als Nutzen für das Unternehmen: Umsatz, Effizienz, Risiko-Reduktion, Kundenzufriedenheit, Teamleistung. Das nimmt dem Gespräch die emotionale Schwere und macht es sachlich.
Geh mit Daten rein – aber mit den richtigen
Statt „Ich habe gelesen, dass…“ kommst du mit drei Datenpunkten:
- Marktbandbreite (vergleichbare Rolle, Standort, Level)
- Interne Vergleichbarkeit (wenn möglich: ähnliche Rollen/Level)
- Deine Performance-Metriken (2–4 harte Beispiele: Projekt X, Ergebnis Y, Wirkung Z)
So wird die Diskussion zu „wo im Band?“ statt „ob überhaupt?“. Wenn du keine internen Zahlen hast: Nutze Stellenanzeigen mit Gehaltsband, Recruiter-Aussagen, öffentliche Reports.
Quelle: Tima Miroshnichenko via Pexels | Pexels Photo LicenseSetze eine ambitionierte, aber plausible Zahl – und verankere sie richtig
Erfolgreiche Verhandlerinnen nennen oft früh eine konkrete Zielgröße (Anker), die leicht über dem liegt, was sie real erreichen möchten – damit du Verhandlungsspielraum hast. Entscheidend ist die Begründung: „Auf Basis von Marktvergleich und meiner Wirkung in A/B/C halte ich X für angemessen.“ Kein Rechtfertigungsroman, nur Logik.
Nutze „Gemeinschaftsorientiertes Framing“ (ohne dich klein zu machen)
Ein wirkungsvoller Stil ist: klar + kooperativ. Beispiel:
„Ich möchte das Gehalt so anpassen, dass es meine Verantwortung widerspiegelt – und damit wir meine Rolle langfristig stabil besetzen und weiter skalieren können.“
Das nimmt den „unsympathisch“-Trigger raus, ohne weich zu werden.
Übe zwei Sätze für Gegenwind
Wenn ein „Nein“ kommt, sind erfolgreiche Frauen vorbereitet:
- „Was müsste in den nächsten 3–6 Monaten passieren, damit wir X erreichen können?“
- „Wenn das Grundgehalt fix ist: Welche Komponenten sind verhandelbar (Bonus, Level, Titel, Urlaub, Remote, Weiterbildung, Equity)?“
Damit wird ein Nein zu einem Plan oder zu einem Paket.
Timing ist Teil der Strategie
Am besten verhandelst du, wenn dein Beitrag sichtbar ist: nach Erfolgen, vor Budgetrunden, nach Abschluss eines Projekts, bei Rollenwechsel oder Mehrverantwortung. Warte nicht, bis du erschöpft bist. Plane Gespräche proaktiv (z. B. quartalsweise Entwicklungscheck).
Quelle: Tima Miroshnichenko via Pexels | Pexels Photo LicenseMach es schriftlich und messbar
Verbindliche Vereinbarungen brauchen Klarheit: Zielgehalt, Datum, Bedingungen, messbare Ziele. Sonst versandet es.
Verbündete sind ein Multiplikator
Frauen gewinnen oft schneller, wenn sie Sponsoren aufbauen: Vorgesetzte, Stakeholder, Kolleg:innen, die deinen Impact benennen, wenn du nicht im Raum bist. Bitte aktiv um Feedback-Zitate, die du in dein „Impact-Dossier“ packst.
Mini-Formel für deinen Pitch (30 Sekunden):
„In den letzten X Monaten habe ich A erreicht, was B bewirkt hat. Ich trage Verantwortung für C. Auf Basis von Marktbandbreite und internem Leveling halte ich €Y für angemessen. Wie können wir das zeitnah umsetzen?“
So startest Du in 2026 mit Deinem Traumjob.


