„Soft-Focus statt harte Konturen“ steht für eine deutliche Abkehr vom sehr präzisen, stark definierten Make-up der letzten Jahre – etwa von scharf geschnittenen Lippenlinien, klaren Contouring-Kanten und „instagrammiger“ Perfektion. Stattdessen wird der Look wieder weicher, diffuser, wie durch einen Beauty-Filter, nur eben ohne Filter: Übergänge sind verwaschen, Kanten verschwimmen, Farben wirken wie „eingeküsst“ oder „angetupft“ statt exakt ausgemalt. „Blurred lips“ sind dabei das ikonische Element, aber der Trend reicht bis zu Augen, Wangen und sogar Brauen.

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Was sind „blurred lips“ genau?

Statt die Lippen mit Lipliner sauber zu umranden und deckend auszufüllen, wird die Farbe eher in die Lippenmitte gesetzt und nach außen hin sanft auslaufen gelassen – wie ein leichter „Stain“. Das Ergebnis wirkt jugendlich, modern und ein bisschen lässig: weniger „fertig geschminkt“, mehr „natürlich gut“. Inspiriert ist das stark von K-Beauty (Stichwort „gradient lips“), wird aber in westlichen Varianten oft noch neutraler und „editorial“ umgesetzt: matte bis satinige Texturen, rosige, berry- oder braunrote Töne, gerne mit leicht pudrigem Finish.

Warum wird das gerade so groß?

  • Gegenbewegung zu Perfektionsdruck: Harte Konturen signalisieren Kontrolle und Aufwand. Soft-Focus signalisiert: „Ich muss nicht perfekt sein.“ Das passt zu Trends wie Skinimalism und „Hautgesundheit statt Perfektion“.
  • Alltagstauglichkeit: Blurred Lips verzeihen. Wenn die Farbe sich abträgt, sieht es nicht sofort „kaputt“ aus. Gerade für Frauen mit wenig Zeit ist das Gold wert.
  • Kamera-Ästhetik: Smartphone-Kameras und Social Media bevorzugen oft weiche Übergänge; harte Linien wirken schnell streng. Soft-Focus schmeichelt im Tageslicht und auf Fotos gleichermaßen.
  • Neue Texturen: Die Industrie hat „blurring“ Produkte entwickelt – lip tints, velvet liquids, soft-matte Sticks, Puder-Lippenfarben –, die den Effekt leichter machen.
Titel: Frau Mit Rotem Lippenstift Lächelnd
Quelle: Shiny Diamond via Pexels | Pexels Photo License

Wie sieht „Soft-Focus“ im ganzen Gesicht aus?

  • Wangen: Statt starkem Bronzer-Contouring wird häufiger „diffuse blush“ genutzt: Rouges werden weit und soft verblendet (oft höher Richtung Schläfen), um Frische statt Struktur zu betonen.
  • Augen: Weich verwischte Eyeliner („smudged liner“) oder Lidschatten ohne harte Cut-Crease-Kante.
  • Kontur: Wenn überhaupt, dann subtil: Cremeprodukte, die in die Haut „schmelzen“, statt scharfer Schattenlinien.
  • Brauen: Weniger „blocky“, mehr fluffig: geliftete, aber weich wirkende Brows.

Typische Produkte/Techniken (ohne Marken-Fixierung):

  • Lippen: Lip tint, soft-matte Lipstick, Lip blur/velvet cream. Auftrag mit Finger oder Pinsel, Kanten mit Concealer nicht scharfziehen.
  • Hilfstrick: Ein Hauch transparentes Puder über die Lippenränder „stempeln“, um die Kontur zu mattieren.
  • Für den Gesamtlook: Creme-Rouge und -Bronzer in dünnen Schichten, dann mit Schwämmchen ausdiffundieren.
Titel: Pulverisierte Pulver Und Verschiedenfarbige Lispticks
Quelle: Dan Cristian Pădureț via Pexels | Pexels Photo License

Für wen funktioniert’s besonders?

Fast für alle, aber besonders schön ist es, wenn du Härte aus dem Gesicht nehmen willst oder wenn Lippenkonturen schnell streng wirken. Auch bei reiferer Haut kann Soft-Focus schmeicheln, weil es nicht jede Linie betont.

Die schönsten Beautytrends des letzten Jahres findet ihr hier.

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